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Das Kraftwerk Schwarze Pumpe

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe
Das Kraftwerk Schwarze Pumpe in Brandenburg ist eine mit Braunkohle befeuerte Doppelblockanlage.

Geschichte des Kraftwerks Schwarze Pumpe 

Der Industriepark im Südosten Brandenburgs, wo sich das Kraftwerk Schwarze Pumpe befindet, wurde im Jahr 1955 gegründet. Damals wurden hier drei Brikettfabriken und drei Kraftwerke eröffnet, die damals elf Prozent der gesamten Stromversorgung der DDR abdeckten. In diesen Jahren wuchs der Industriepark enorm und brachte Tausenden Menschen Arbeit. 

Im Jahr 1992 begann die Planung des neuen Kraftwerks Schwarze Pumpe, das ab 1993 gebaut und 1998 in Betrieb genommen wurde. Die Investitionskosten für das Kraftwerk, das voraussichtlich über das Jahr 2040 hinaus in Betrieb bleiben soll, beliefen sich auf insgesamt 4,5 Milliarden DM. 

Fakten zum Kraftwerk Schwarze Pumpe 

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe besteht aus zwei Blöcken. Ein Teil der bei der Stromerzeugung produzierten Wärme wird für die Fernwärmeversorgung der nahegelegenen Städte Hoyerswerda und Spremberg genutzt.

Das Kraftwerk hat einen Wirkungsgrad von mehr als 40 Prozent. Der Dampferzeuger ist 159 Meter hoch. Auf ihm befindet sich ein 161,5 Meter großes Beobachtungsdeck. Auch Prozessdampf wird aus den Turbinen ausgekoppelt und einer Brikett- und einer Papierfabrik in einem benachbarten Industriegebiet bereitgestellt.

 Die für die Stromerzeugung benötigte Braunkohle stammt hauptsächlich aus den nahegelegenen Tagebauen Welzow-Süd und Nochten.

Der Name "Schwarze Pumpe“ 

Der Ort Schwarze Pumpe wird erstmals 1852 erwähnt und wurde nach einem gleichnamigen Gasthof benannt. Die Legende erzählt, dass im frühen 17. Jahrhundert neben dem damals namenlosen Gasthof eine Pferdetränke errichtet wurde. Dies war während des Dreißigjährigen Krieges, als die schwedischen Truppen von König Gustaf II Adolf die Gegend verwüsteten. 

Im Jahr 1630 landete die schwedische Armee an der Küste der Halbinsel Usedom im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, wo sie die deutschen Truppen besiegte und in eine Allianz zwang. In dem darauffolgenden Jahr drangen die schwedischen Truppen bis nach Süddeutschland vor. 1634 gelang es den kaiserlichen Truppen, die Schweden zu schlagen und wieder nordwärts zu treiben. Um den Gasthof und seine Anwohner vor marodierenden schwedischen Söldnerhorden zu schützen, wurde die Pumpe der Tränke schwarz angestrichen. Als Hintergrund muss man wissen, dass die Farbe schwarz als Symbol für die Pest, den „Schwarzen Tod“, stand, die zu jener Zeit in der Gegend wütete. Das Anmalen der Pumpe erwies sich als erfolgreicher Trick: die schwedischen Truppen mieden den Ort und plünderten stattdessen anderswo. Mit der zunehmenden Industrialisierung im 20. Jahrhundert begann der Braunkohleabbau, und bald wurde das erste Kohlekraftwerk der Region errichtet. 

Um das kohlebefeuerte Kraftwerk Trattendorf – Schwarze Pumpe herum entstand eine Siedlung mit einigen hundert Einwohnern, doch diese Entwicklung kam mit dem Zweiten Weltkrieg zum Erliegen. Ab 1955 wurde der Braunkohleabbau in der Region wieder aufgenommen, und die ersten Kraftwerke in Schwarze Pumpe wurden gebaut.